Einhorn

Like every other story teller, I just fail to ignore the call of untold stories, so I narrate...

Thursday, September 17, 2009

Brüche aus einem Traum...

Der Ausbruch eines Krieges in seiner Stadt. Sie spürte es von Hunderten Kilometern Entfernung, noch bevor es vollgebracht wurde, denn als Kriegskind hatte sie ein feineres Gespür dafür. So verließ sie das zu Hause und machte sich zu ihm auf. Mochte sie nicht willkommen sein, mochte er sie nicht hören wollen, sie musste zu ihm. Ihr war die wahre Bedeutung eines Krieges und seiner Folgen zu gut bekannt, um zusehen zu können, wie sie auf ihrem Geliebten zustießen. Als sie in die Stadt ankam war es aber soweit, das Chaos war schon im Zentrum ausgebrochen, Leute rannten hin und her, niemand wusste aber richtig, was los war, niemand konnte sagen, was jetzt zukommen wurde. Ihr war jedoch das alles kein bisschen neu. Sie lief ihren Weg durch die mit Menschen überfüllten Straßen zu dem Hügel. Da war es noch ruhig, er hatte bestimmt bis jetzt nicht geahnt, was los war. Dann kamen sie endlich, die kleinen, schwarzen Bomben lagen überall auf Bürgersteig und auf Pflasterstein der Straßen. Man wusste nicht, ob sie vom Himmel fielen oder ob sie vom Boden wuchsen. Jede von ihnen brauchte nur eine Minute, um zu sprengen und um sein Schicksal zu vollziehen. Hastig die Bomben um sich mit den dünnen Armen so weit wie möglich werfend, schaffte sie sich den Weg weiter zu dem Hügel, weiter zu ihm, der immer noch nichts ahnen konnte. Die Menschen auf den Straßen verloren langsam die Kontrolle über eigene Nerven und wurden jeden Moment verwirrter, ängstlicher, lauter, gefährlicher. Sie aber konzentrierter sich auf ihn, sie musste ihn finden und mit ihm über die Berge weg fliehen, bevor es zu spät wurde und wenn schon, wenn es dann soweit war, wurde sie da sein, bei ihm. Sie wurde ihre Ängste, ihre Trauer, ihre Erinnerungen alle überwinden und ihn anlächeln können.

Es war dann, als sie ihr bei einem Umweg durch ein großes Krankenhaus aufgefallen sind, alle Männer vom gewaltigen Körper und mit einem besonderen Blick in den Augen. Sie hielten etwas wie ein bestimmtes Armband in der Hand. Niemandem anderen schienen sie aufgefallen zu sein, sie jedoch hatte diese bemerkt. Sie war wahrhaftig ein Kind des Krieges, sie kannte solche Blicke, sie kannte die List des Krieges, das alles hatte sie schon mal durch gemacht. Was diese Männer mit den Armbänden vorhatten, konnte sie nicht sagen, dass diese eigentlich digitale Fernbedienungen war blieb ihr aber nicht unbewusst. Was sie damit bedienen bzw. kontrollieren wollten, konnte sie nicht sagen, wollte sich auch nicht weiter damit beschäftigen. Einen Krieg verhindern konnte sie nicht, noch die Katastrophe, die bald hier ausbrechen wurde, ihn aus dieser Sache heil raus zu bringen konnte sie aber vielleicht noch. Egal wie wichtig die Geschehen um ihr waren, führte ihr Herz sie zu dem Hügel, in dessen Tal er ein zu Hause hatte. Ihre Beine kannten plötzlich weder Schmerz noch Müdigkeit. Mit einem der Männer in einem Fahrstuhl gefangen, schloss sie die Augen und dachte nur an ihn, einzig und allein an ihn. Es ist doch wahr, dass man meint, Frauen würden anders aussehen, wenn sie verliebt sind, dass ihr Antlitz wie Heilige strahlt, wenn sie an den einen Mann denken. So sah der Mann im Fahrstuhl sie an und sogar in der Situation wurde ihm sofort bewusst, woran sie dachte. Sie war sicher, dass der Mann mit dem metallenen Armband in der Hand auch wichtigeres zu tun hatte, als nachzuprüfen, ob die kleine Frau neben ihm was von dem Wesen des Armbands ahnte. So lief sie wieder ihren Weg zur freien Luft der Straßen. Unterwegs schrie sie einfach zu ein paar Polizisten, dass sie die Männer in Acht nehmen mussten. Doch bleiben konnte sie nicht, so rannte sie einfach weiter und trat sich die kleinen, schwarzen Bomben, die nun wie Regen vom Himmel fielen, aus dem Weg. Einer der Männer war nun hinter ihr her. Er lief immer schneller und ihre Lungen brannten mit jedem Atemzug immer mehr. Eine Polizistin verfolgte nun den Mann hinter ihr. Der Abstand zwischen ihr und dem Mann wurde trotzdem immer weniger.

Große Angst hatte sie nun, aber nicht vor dem Mann, denn er hatte keine Stelle in ihren Gleichungen, sie fürchtete sich davor, ihren Geliebten nicht rechtzeitig erreichen zu können. Sie musste zu ihm, um jeden Preis und das nicht nur weil sie seine Ferne nicht mehr dulden konnte, sondern weil sie ihn nicht dem Krieg überlassen konnte. Ein Krieg durfte ihn ihr nicht wegnehmen, auch wenn sie hier nicht willkommen war. Sie war verdammt nah daran, jetzt konnte sie den kleinen Hügel deutlich sehen und der gewaltige Mann war so nah, dass sie sein Atmen hinter sich hörte. Die Lippen presste sie so stark aufeinander, bis sie blass wurden. Sie musste zu ihm, bevor dieser Krieg ihn erwischte. Sie musste auf jeden Fall zu ihm, der in diesem Moment nichts ahnend sich zu Hause einen leckeren Tee goss.
Ein stummer Schrei drückte alle Luft von ihrem Hals aus. Sie musste zu ihm. 

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2 Comments:

Blogger Friko said...

Hallo Einhorn
I have just found your blog via robert and read the current post. Until i read some more I won't know what your stories mean.
I am German but live in the UK, my blog is in English. Part of my posts are reminiscences of post-war Germany, both from a child's point of view and a British soldiers viewpoint. Come over and take a look.
I shall visit again,. Do you have a follower button?

6:38 PM  
Blogger Einhornin said...

Liebe Friko,
this was truely a dream I had on the night of September 15th. I was born during Iran-Iraq war in Tehran. I was about 6 when the war finally came to an end and I was brought up in a post-war society with various crisis and sanctions, so the war child is actually me. I also never blamed anything on soldiers, since I see them as victims of war. (draußen vor der Tür - Brochert) I'd definitely take a look at your Blog once I am done with my Vordiplom-exams.
I dream very offen of war and other human crimes against one another. It is not seldom that I am running away from something or trying to save someone in my dreams. Lately - since about a month, that is - I finally fell in love, the kind of love I have always written of, I have always dreamed of, that is what all the 'Chronicles of Courage' on the Blog is about, since I finally dared to give my heart to someone else... and dealing with the consequences now.

I'd be more than flattered if you'd come over again. I suppose there must be a follower button, since Robert is following... :D

1:50 PM  

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